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Reisen: Deutschland: vorzugsweise Rhein/Mosel/Ahr/Eifel, Heidelberg, Rotenburg o.T., Allgäu, Schwangau, Tegernsee/Schliersee, Berchtesgaden, Bodensee, Sächsische Schweiz, Weimar/Thüringer Wald ...; Europa: Wien, Kärnten/Wörthersee, Graz/Steiermark, St. Wolfgang/ Salzkammergut, Elsaß, Lugano/Tessin, Liechtenstein, Zürich, Luzern/ Vierwaldstättersee, Bern, St. Moritz, Tirol, Südtirol, Venedig, Toscana, Andalusien, Spanien, Frankreich, Madeira, Kanaren, Kreta, Athen, Krim, Stockholm, Helsinki, Türkei ...; USA: San Francisco, Las Vegas, Salt Lake City, Bryce/Glenn/Grand Canyon, Yosemite, Yellowstone, Zion,   Grand Teton ...;    Kanada: Calgary, Rocky Mountains, Kelowna, Vancouver, Victoria Island ...;  China: Peking, Große Mauer ...; Japan: Tokyo, Mt. Fuji, Himeji, Hiroshima, Kyoto, Osaka ...;  Australien: Sydney, Blue Mountains, Ayers Rock, Cairns, Great Barrier Reef...;  Neuseeland: Auckland, Cambridge, Rotorua, Wellington, Nelson, Abel Tasman, Queenstown, Te Anau, Milford Sound, Christchurch ...;                

Wandern und Laufen:                                                   besonders Lipper- und Weserbergland, Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Harz und Heide, Schwarzwald, Bayerischer Wald, Starnberger See ...; Fern- und Weitwanderwege deutschland- und weltweit; Wanderveranstaltungen beim Deutschen/Internationalen Volkssportverband (IVV/DVV) einschließlich Marathons; Wandern und Volkslauf beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), vor allem Winterlaufserien im Deister (Bredenbeck) und Bückebergen (Stadthagen); Bergwandern mit der Alpin-Schule Innsbruck (ASI);  Skilanglauf im Süntel, besonders von Langenfeld auf den Hohenstein; Schlittschuh-Laufen auf dem Steinhuder Meer und in der Eislaufhalle Lauenau;   

Lesen: Belletristik aller Art, Lieblingsdichter: Goethe, Schiller, Stefan Zweig, Saint-Exupery, Dürrenmatt, Heinrich Böll, Martin Walser, Juli Zeh, Gertrud Höhler; Fachliteratur in oben angegebenen Wissensgebieten;
Schreiben (hier wird das Hobby zum freien Beruf):                                         schwerpunktmäßig Fachaufsätze in  berufspädagogischen, fachdidaktischen, bildungspolitischen u. ä. Zeitschriften sowie Sammelwerken; Fachbücher; Kurzprosa/Trivialliteratur: Niedertracht und Macht, dass es kracht - Berufsschul-Satire, 2. erg. Aufl. Berlin 2013 (https://www.epubli.de/shop/buch/33001); 



Im September 2006 nahm ich an einer Wander- und Kulturreise nach Peking (Beijing) teil, die anlässlich des zweitätigen internationalen Wandertreffens zum 10-jährigen Jubiläum der Chinesischen Wandervereinigung (CVA) stattfand. Nach der Begrüßung durch die CVA-Vorsitzende erwanderten wir – die 15-köpfige deutsche Wandergruppe - zunächst eine Woche lang mit unserer deutschen und chinesischen Reiseleiterin die berühmten Sehenswürdig-keiten in Peking und Umgebung und bestaunten fantastische Parks, Baudenkmäler und Kunstgegenstände, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören: im Herzen Pekings den größten Platz der Welt – den „Platz des himmlischen Friedens“, den anschließenden legendären Kaiserpalast in der ehemals „Verbotenen Stadt“, den anmutigen „Himmelstempel-Park“ mit seinen imposanten Monumenten, den herrlichen „Beihai-Park“ mit seinen malerisch anmutenden Gebäuden am See Kunming und auf der Insel, den kaiserlichen „Sommerpalast“ auf dem Berg „Wanshou“. Wir besuchten den mächtigen Tempel im Pekinger Lamakloster mit seinen wertvollen Schätzen, besichtigten die kontrastreiche Pekinger Altstadt „Beijing Hutong“, fuhren zu den monumentalen Minggräbern in den Tian-Shou-Bergen – 50 km außerhalb Pekings – und machten unsere erste Bekanntschaft mit der Großen Mauer, dem gut ausgebauten Vorzeigestück des „Great Wall“ am Badalingpass.

Doch neben all diesem Pittoresken einer entrückten, fast traumhaften Welt stand die Reise unter dem Einfluss eines übergreifenden banalen Geschehens, nämlich ganz im Zeichen von Souvenirs, die eine Heerschar von „fliegenden“ Händlern und Touristenjägern feilboten, wo immer sich die internationalen Besucher außerhalb der heiligen Stätten tummelten: vor den Palästen und Parks, vor dem Lama-Kloster, vor der Grabanlage Changling mit den Ming-Gräbern, vor der verbotenen Stadt mit dem Kaiserpalast. Auf den Trottoirs der Geschäftsstraßen und den Boulevards, aber auch auf dem „Platz des himmlischen Friedens“ mit dem pulsierenden weltlichen Leben und Treiben fand ein quirliger Verkaufsrummel allgegenwärtiger Souvenirhändler statt. Sie machten regelrecht Jagd auf Touristen, um mehr oder weniger aufdringlich, jedenfalls hartnäckig und ausdauernd ihre heimischen Produkte und Erinnerungsstücke an die vornehmlich ausländischen und zahlungskräftigen Besucher zu bringen. Dass es eine solche Vielzahl von Verkäufern war, die sich gegenseitig Konkurrenz machten, über- und unterboten, lag nicht zuletzt auch an Arbeitslosigkeit, Not und Armut, die es im modernen China gibt. Bereits nach relativ kurzer Zeit war unsere Wandergruppe mit schönen Ansichtskarten und prachtvollen Bildbänden besonders über Peking und die Große Mauer, aber ebenfalls andere Städte und Kulturdenkmäler zuhauf eingedeckt. Zu diesem Zweck brauchte niemand einen Laden oder ein Kaufhaus aufzusuchen. Und wir erstanden die Gegenstände äußerst preiswert, ohne zu wissen, dass wir sie in den nächsten Tagen noch günstiger angeboten bekommen sollten. Als riesiger Verkaufsbasar erwies sich die Chinesische Mauer am Badaling-Pass mit Läden am Parkplatz und Fuß der Mauer, Verkaufsständen, Lasttieren wie Kamelen, Bauchladenhändlern auf der Mauer. Hier konnten wir beobachten, dass ebenfalls Verkäufer als Drückerkolonne unterwegs waren. Außerdem lernten wir noch Souvenirläden, Verkaufsmärkte, Teegeschäft und Probierstube, Perlenzucht- und Verkaufsbetrieb, eine Seidenfabrik kennen und konnten dort Waren und Mitbringsel erstehen und in unseren Bus verladen, jedoch mussten wir hinsichtlich Größe und Gewicht der Skulpturen, Figuren, Vasen, Schalen und anderen Kunstgegenstände an den Rückflug denken.

Selbst beim Wandertreffen in Gubeikou und Simatei – 180 km von Peking entfernt in den Bergen gelegen - fanden sich einzelne Souvenir-Verkäufer auf ziemlich unzugänglichen Mauerabschnitten, die nur über Eselspfade erreichbar waren. Mit mäßigem Erfolg brachten sie noch einige spezielle Bildbände, Andenken, Tuchwaren und Naturprodukte an die Wanderer, schließlich mussten wir die Gegenstände auf der weiteren Strecke mit vor uns liegenden rasanten Aufstiegen mitschleppen. Indes erwiesen sich die chinesischen Wanderveranstalter als nette Gastgeber und beschenkten uns mit besonderen Erinnerungsstücken an das Wandertreffen: bedruckten T-Shirts, Club-Abzeichen, Wanderfähnchen, Urkunden, womit unsere Erwartungen hinsichtlich Wandertrophäen, die man in der Heimat vorzeigen und in seine Sammlung einreihen konnte, erfüllt waren.

Ein sozusagen situatives Überraschungs-Souvenir ergab sich für mich schließlich am letzten Abend in Peking, wo wir zum Abschluss nicht wie sonst in den vorzüglichen Touristen-Restaurants, sondern auf unseren Wunsch in dem typischen Chinesen-Lokal YUXIN speisten. Die Bediensteten, die weder Deutsch noch Englisch sprachen, umstanden in gebührendem Abstand unseren Tisch, um die reichhaltige Tafel – ein Drehtisch in der Mitte unseres runden Tisches – mit neuen Speisen aufzufüllen und uns diverse Getränke zu servieren. Bei dieser Gelegenheit gewahrte ich, dass die hübschen Chinesinnen, die uns umsorgten, alle eine metallene Dienstmarke auf der Brust trugen. Mein Wanderfreund neben mir bemerkte meinen begehrlichen Blick und meinte: „Das wäre doch ein einmaliges Souvenir, dass sonst bestimmt keiner nach Hause bringt! Wenn du das schaffst, halt‘ ich dich heute Abend frei!“ Es war mir klar, dass es ein heikles und nicht Erfolg versprechendes Unterfangen war, eine solche Dienstmarke als Souvenir zu ergattern. Aber nach einigem Überlegen sagte ich mir, dass es einen Versuch wert war nach dem Motto: Versuchen macht klug! Zunächst wollte ich feststellen, ob ich mein Anliegen ohne unsere Reiseführerin und Dolmetscherin, die am Nebentisch saß, überhaupt verständlich machen konnte. Entschlossen winkte ich die mir nahe (am nächsten) stehende Frau heran, zeigte einladend lächelnd auf ihr Dienstabzeichen, machte eine Handbewegung auf mich zu, holte meine Brieftasche heraus und legte einige Euro-Münzen als Angebot auf meine hingestreckte Hand. Lächelnd, eher sogar lachend schüttelte sie verneinend den Kopf, kehrte zu ihrer Kollegin zurück, tuschelte amüsiert mit dieser. Ich widmete mich wieder den Speisen und Getränken und erörterte mit meinen Tischnachbarn die Aussichtslosigkeit meines Versuches. Zwischendurch lächelte ich immer wieder auffallend zu den beiden Frauen hinüber, die mein Lächeln immerhin mit freundlicher Miene erwiderten. Als meine Auserwählte wieder neben mich trat, um eine leere Schüssel abzuräumen, sagte ich „Sorry!“ und deutete, sie erwartungsvoll anschauend, mit einer zaghaften Kopfneigung in Richtung Brosche. Verneinend schüttelte sie langsam den Kopf, lächelte mir jedoch vielsagend zu, bevor sie ging. Wir beobachteten, dass weitere Kolleginnen der Bediensteten in mein Ansinnen eingeweiht wurden und auch an unserem Tisch wurde der Kreis der Anteilnehmenden größer. Ich schwebte eine Weile zwischen Aufgabe meines Vorhabens und Einschaltung der Reiseleiterin. Da tauchte schließlich die Vorgesetzte der Bediensteten auf, die Frauen redeten kurz miteinander, die Direktrice kam mit der Auserwählten zu mir und bot mir auf Englisch an, dass ich die Dienstmarke für vier Euro bekommen könne. Freudig willigte ich ein, stand auf, die Dienstmarke wurde von der Frauenbrust abgeheftet und mir angesteckt und ich überreichte herzlich dankend einen 5-Euro-Schein. Während wir am Tisch den Erfolg feierten, brachte meine Auserwählte eine neue Dienstmarke (mit einer anderen Nummer) und bedeutete mir, die Broschen auszutauschen, was ich gerne geschehen ließ. Was auch immer der wahre Grund gewesen sein mag, beim Abschied erklärte mir die Direktrice charmant, ich sei befördert worden.

Als solche war die emaillierte Bronzedienstmarke kein wertvolles Stück, aber aufgrund der einmaligen, pikanten Erwerbsgeschichte war sie für mich ein wertvolles Souvenir und ich trug sie mit einem gewissen Hochgefühl zur Schau. Nur bei der Sicherheitskontrolle im Flughafen musste ich sie für ein Weilchen ablegen und ins Handgepäck tun. Dafür befand sich das Buch, das ich auf dem 10-stündigen Flug für eine Rezension lesen wollte, nicht im Handgepäck, sondern im unzugänglichen Koffer. Da wir mit der Sonne zurück flogen, schaute ich ausgiebig aus dem Fenster auf die Miniatur-Landschaft unter uns. Als ich zum Beine-Vertreten einen Stellplatz in der Mitte des Passagierraums aufsuchte, stand dort eine junge, bildhübsche Chinesin in einem zauberhaften, bunten Kleid mit einem herrlichen, offenherzigen Dekolleté. In gegenseitigem Lächeln fragte ich höflich auf Englisch, ob ich mich zu ihr stellen dürfe, worauf sie antwortete: „Ja, gerne!“ Ich hatte mich noch nicht von meiner Verblüffung über ihre deutsche Antwort erholt, da entdeckte sie bereits – woran ich im Augenblick überhaupt nicht gedacht hatte – die Dienstmarke auf meiner Brust. Interessiert, wunderbare Einblicke gewährend, beugte sie sich ein wenig vor. „Ach, das ist erstaunlich, ich kenne das Restaurant YUXIN! Wieso haben Sie das Abzeichen, erzählen Sie mir das?“ „Da Sie so gut Deutsch sprechen, darf ich Ihnen die Geschichte auf Deutsch erzählen?“ „Eine Geschichte? Das ist schön! Ich verstehe Ihre Sprache ganz gut. Ich studiere Wirtschaftswissenschaften in Bonn.“ Höchst erfreut weihte ich sie – vielleicht ein wenig zu theatralisch – in das Geheimnis ein und wollte sie so vertraulich zu meiner Verbündeten machen. Sie amüsierte sich jedenfalls köstlich. Wir redeten über chinesische Essgewohnheiten, über die verschiedenartigen Speisen in den unterschiedlichen Regionen Pekings einschließlich Teeprobe, die Sehenswürdigkeiten, Besichtigungen von Perlenzucht und Seidenfabrik, den Opernbesuch im Liyuan Theatre und sie staunte mächtig, was wir alles in einer Woche dank unserer versierten Touristenführerin Li kennengelernt hatten. Sie begeisterte sich gar für meine Erzählungen vom internationalen Wandertreffen und für die Erlebnisschilderungen auf der Mauer in den Bergen. Die Zeit verging im wahrsten Sinne des Wortes im Fluge. Cixi, sie hieß wie die einstige kaiserliche Prinzessin, wollte noch etwas für das Studium arbeiten, doch wollten wir uns dann wieder weiter unterhalten. Derweil überlegte ich, was ich von der Betriebswirtschaftslehre in meinem Lehramtsstudium wusste und was ich aus meinem Wirtschaftskunde-Unterricht in der Berufsschule verwerten konnte, um mich anschließend als fachlich versierter Gesprächspartner zu präsentieren. So sprachen wir über ökonomische (und ebenfalls ökologische) Globalisierung, über ihr BWL-Studium, über das deutsche und chinesische Schul- und Hochschulwesen, wobei mir meine Kenntnis des japanischen Bildungswesens zustatten kam. So kurzweilig verlief für mich noch kein Langstreckenflug; allzu schnell landeten wir in Frankfurt, zusammen warteten wir auf die Koffer am Fließband. Dann eine zarte Umarmung, schon schritt sie zum Fernbahnhof hin, meine Prinzessin -  liebstes Souvenir aus Beijing, und nahm den Zug nach St. Augustin.



Süß zarter Tauenduft,
sonnendurchwebt die Luft.
Erwachend tief atmet die Natur.
Ein zaghaftes Grün bekränzt die Flur.  

Silbrig schimmerndes Land.
Ein herrliches Gewand.
Glutjunge Blüten im Lichterstaub.
So morgengleich streckt sich hin das Laub.

Sehnsucht am Himmel steht.
Ein lauer Wind nur geht.
Mein Herz durchdringet ein weicher Glanz,
erfasst es leicht und beschwingt es ganz.

Frühling, der mich erfüllt,
in feinste Träume hüllt!
In der Welt, da schwebt ein milder Hauch,
der lässt Glück und Liebe werden auch.


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